Forschung am Seminar für Orientalistk und Islamwissenschaft

Auf dieser Seite finden Sie in Kürze Informationen zu Forschungsprojekten am Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaft.

Sämtliche Kontaktdaten sowie aktuelle Meldungen aus dem Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaft finden Sie hier:

Homepage des Seminars für Orientalistik und Islamwissenschaft

 

 

 

 

 

 

 

DFG-Projekt: Zwischen Ašʿarīya und Māturīdīya: Abū Šakūr as-Sālimī (4./11. Jh.) und sein Tamhīd fī bayān at-tauḥīd

Dr. Angelika Brodersen

Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht das arabische theologische Werk Tamhīd fī bayān at-tauḥīd (Einleitung in die Erklärung des Ein-Gott-Glaubens) von abū Šakūr as-Sālimī (4./11. Jh.). Dieser Autor wird der theologischen Richtung in der Nachfolge abū Manṣūr al-Māturīdī's (gest. 333/944) zugerechnet, die neben der Lehre, die von abū l-Ḥasan al-Ašʿarī (gest. 324/935) und seinen Anhängern vertreten wurde, die zweite Säule des sunnitischen Islams bildet und noch heute im Mittleren Osten, in der Türkei und auf dem Balkan zahlreiche Anhänger hat. Trotz der verstärkten Editionstätigkeit der letzten Jahrzehnte bestehen auf dem Gebiet der Erforschung der Māturīdīten Lehren noch erhebliche Defizite. Diese betreffen einmal die Erschließung der Texte, die teilweise noch immer nicht in Editionen zugänglich sind. Betroffen ist hiervon auch der Tamhīd fī bayān at-tauḥīd. Daneben ist noch ein erheblicher Forschungsbedarf zu verzeichnen, der insbesondere das Verhältnis der Māturīdīya zur Ašʿarīya betrifft. Das Projekt soll beide Ebenen, d.h. Texterschließung und Themenarbeit, verbinden, indem nicht nur eine kritische Edition des zu untersuchenden Textes erfolgen soll. Eine inhaltliche Besonderheit des Tamhīd ist nämlich darin zu sehen, dass in diesem Werk erstmals in den māturīdīschen Schriften al-Ašʿarī und seine Nachfolger als sunnitische Konkurrenz angeführt werden.

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DFG-Projekt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DFG-Projekt: Die græco-islamische Medizin (ṭibb-i yūnānī, Unani Medicine) und ihre Darstellung in Südasien

Prof. Dr. Stefan Reichmuth

Gegenstand des Projektes ist die neuzeitliche Entwicklung der graeco-islamischen Medizin (tibb-i yunani/Unani Medicine, im folgenden „Unani-Medizin“) und ihrer Darstellung in Südasien, die sich von Anfang an bei den dortigen Muslimen unter den Bedingungen einer pluralen Textund Bildkultur vollzog. Entsprechend ihrer unterschiedlichen politischen und kulturellen Verortung wird dabei heute in Indien der hellenistische, in Pakistan dagegen der islamische Ursprung dieser Medizin besonders hervorgehoben. In aktiver Auseinandersetzung mit den konkurrierenden indischen und europäischen Medizin-Traditionen konnte sie sich von einer über lange Zeit „hegemonialen“ zu einer „indigenen“ und schließlich zu einer „alternativen“ Therapieform entwickeln, die wie andere asiatische therapeutische Systeme derzeit einen starken Globalisierungs- Schub erfährt. Untersucht werden soll (1.) die historische Entwicklung der Bild- und Textwelten und der Darstellungsmedien der Unani-Medizin, die von Handschrift und Buchmalerei über Lithographie und andere Printmedien bis zu elaborierten Internet-Auftritten und -Zeitschriften in der Gegenwart reicht. Hinzu kommen (2.) Fallstudien zu Trägern und Zielgruppen der Unani- Medizin seit dem 19. Jahrhundert. Ziel beider Projektteile ist die Klärung der Muster und Angebote kollektiver muslimischer Identität, die sich an der Entwicklung von pluralen Darstellungsformen, ärztlicher Praxis und Institutionalisierung der Unani-Medizin ablesen lassen.

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DFG-Projekt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DFG/ANR-Projekt: The presence of the prophet: Muhammad in the mirror of his community in early and modern Islam

Prof. Dr. Stefan Reichmuth, Prof. Dr. Rachida Chih (Centre National de la Recherche Scientifique, Paris)

Attachment to the Prophet is shared by all the different individuals, groups and communities which define themselves as Muslims, whether Sunnī or Shīʿī, whether attached to the letter or rather the spirit of Islam, whether proponents of Islamic reform or secular Muslims. As a focus for personal emulation and normative precedence and as a source of hope for salvation, cultural pride and empowerment, the Prophet of Islam continues his presence among the Muslim believers. This includes eschatological beliefs about him which connect the beginnings of Islam (and for some also the origin oft he whole created world) with the present time and the end of days. A metahistorical immediacy is also evoked by the transmitted Prophetical sayings, which speak to the believer and suggest blessing and even victory for those who keep hold the Prophetic Sunna. Building on patterns of piety which emerged already in later medieval times, the Prophetic model has since the early modern period (its beginning taken here from c. 1450) increasingly moved among both Sunnī and Shīʿī Muslims into the core of personal and collective efforts to strengthen the individual and to renew Islamic culture and politics. But the increased attachment to the Prophet has equally reinforced and deepened the existing fractures within Islam, and also the tensions and conflicts with non-­Muslims, which have gained in intensity whenever the Prophet and his image are at stake.

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Pressemitteilung der Ruhr-Universität

ANR

 

DFG-Projekt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DFG-Projekt: Bedeutende Probleme und Kontroversen der
arabischen Logik und Sprachphilosophie

Prof. Dr. Cornelia Schöck

Das Forschungsprojekt "Bedeutende Probleme und Kontroversen der arabischen Logik und Sprachphilosophie" ist ein deutsch-britisches Kooperationsprojekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem britischen Arts and Humanities Research Council (AHRC) gefördert wird. Mit Förderung der DFG konnten ab November 2011 an der Ruhr-Universität Bochum drei Stellen für Nachwuchswissenschaftler eingerichtet werden. Mit Förderung des AHRC werden an der Universität Cambridge (GB) unter Leitung von Dr. Tony Street (Faculty of Divinity) jährliche Workshops durchgeführt, bei welchen die Forschungsergebnisse der beteiligten Wissenschaftler ausgetauscht und in einem größeren Forscherkreis diskutiert werden. Das Forschungsprojekt schließt Grundlagenforschung zur arabischen Logik und Sprachphilosophie zusammen. Vor dem doppelten Hintergrund der spätantiken Kommentarliteratur zum aristotelischen Organon sowie logisch-sprachphilosophischer Problemstellungen in der formativen Phase der muslimischen Theologie und arabischen Linguistik liegen die besonderen Schwerpunkte des Projekts auf dem Verhältnis von arabischer Logik, Sprache und Grammatik einerseits und der Entwicklung der arabischen Logik und Sprachphilosophie nach Ibn Sīnā (gest. 428/1037) andererseits. Dabei sollen in problemgeschichtlicher Absicht sowohl entscheidende Diskurslinien, die zu Ibn Sīnās Neusystematisierung der aristotelischen Logik und Wissenschaftstheorie hinführen, als auch die unmittelbar danach einsetzende Aneignung und Weiterentwicklung dieses transformierten Erbes im Bereich der islamischen Wissenschaften untersucht werden

Homepage des Forschungsprojekts

Research Council

DFG-Projekt